Wasseraufbereitung wird technisch ertüchtigt

Wasseraufbereitung wird technisch ertüchtigt

Eine grundhafte Sanierung und technische Modernisierung der Wasseraufbereitungsanlage in Siersburg ist erforderlich, wie die Technischen Werke Rehlingen-Siersburg (TWRS) dazu mitteilen. Bürgermeister Martin Silvanus und der Technische Geschäftsführer der TWRS GmbH Martin Schmidt (rechts) im Gebäude der Wasseraufbereitungsanlage Siersburg Durch ein Fachplanungsbüro seien bereits Varianten hinsichtlich möglicher und notwendiger Erneuerungsstrategien in der Siersburger Wasseraufbereitung untersucht worden. Grund des Sanierungserfordernisses sind die in den vergangenen Monaten wiederholt aufgetretenen bakteriologischen Beeinträchtigungen, die mittels aufwendiger Untersuchungen schließlich im Bereich der Trinkwasser-Aufbereitungsanlage in Siersburg lokalisiert werden konnten. Als rechtlich und hygienisch folgerichtige Sofortmaßnahme seien Chlorungen des Wassers vorgenommen worden, erklärt Martin Schmidt, Technischer Geschäftsführer der TWRS. „Wenn auch eine solche Lage für einen fürsorglichen und gewissenhaften Wasserversorger natürlich unbefriedigend ist, so war und ist doch letztlich über eine begrenzte Chlorung dem Gesundheitsschutz Vorsorge geleistet“. Alle Vorkehrungen seien im Übrigen mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Zeitaufwendig habe sich die präzise Verortung der Zellen aufgetretener Verkeimung gestaltet. „Dieser Prozess war aber notwendig, um aus einer genauen Ursachen-Analyse die richtige Strategie der Abwehr und schließlich der resultierenden Sanierung und Erneuerung der Anlage entwickeln zu können“, erläutert Bürgermeister Martin Silvanus als Aufsichtsratsvorsitzender der TWRS. Er lege großen Wert auf die Feststellung, dass sich die Technischen Werke und die Gemeinde „nicht verstecken“ wollten hinter einer Erklärung, die Methodik der Beprobung des Trinkwassers sei verschärft worden. Gleichzeitig sei wichtig zu betonen, dass die derzeitige Aufbereitungsanlage keineswegs sich in einem maroden Zustand befindet, immerhin sei vor rund 20 Jahren schon einmal eine erhebliche Sanierung erfolgt. „Allerdings ist es so, dass der Verfahrensmodus und die angewendete Technik im Vorgang der Wasseraufbereitung Defizite gegenüber modernster Technik aufweist“, informiert Martin Silvanus. Es seien einige wenige Schritte und Stellen im Aufbereitungsablauf, die so geartet seien, dass hier eine Keimbildung nicht auszuschließen ist. „Dies muss aber ausgeschlossen sein, von daher werden umfassende technische Erneuerungen vorgenommen, die derzeit finanziell in einem Rahmen zwischen 0,8 und 1 Million Euro angesiedelt sind“, stellt Bürgermeister Martin Silvanus klar. An den notwendigen Vorbereitungen dazu werde intensiv gearbeitet. Die vorhandene Wasseraufbereitung soll durch eine geschlossene Anlage ersetzt werden. Blick in die Aufbereitungsanlage In einer vertiefenden Vorplanung muss untersucht werden, ob die Filterkessel durch die Dachfläche und die sich anschließende Betondecke in die Aufbereitung eingebracht werden können. Die Filterkessel dienen der Entfernung des im Rohwasser vorhandenen Eisens Dem Wasser soll anschließend über einen Flachbettbelüfter die überschüssige Kohlensäure entzogen werden. Das so der Trinkwasserverordnung entsprechende Wasser wird danach dem Reinwasserbehälter zugeführt, aus dem die Förderpumpen gespeist werden. Alternativ ist zu prüfen, wie die vorhandene Aufbereitungsanlage baulich saniert und über Abdeckungen „quasi“ geschlossen ausgeführt werden kann. Die Entscheidung, welches Verfahren zum Einsatz kommt, hänge von den Ergebnissen der Überprüfung der Statik und der bauphysikalischen Untersuchung der vorhandenen Betonflächen ab,  erläutert Dipl.-Ing. Martin Schmidt, Technischer Geschäftsführer der TWRS. Bürgermeister Martin Silvanus verdeutlicht, dass diesem Projekt die Technischen Werke und die Gemeinde höchste Priorität einräumen. Immerhin sei zu bedenken, dass die Versorgung im größten Teil der Gemeinde mit reinem Trinkwasser von der Aufbereitung ist Siersburg abhängig ist. Von hier aus werden alle Gemeindebezirke bis auf Rehlingen und Niedaltdorf mit Reinwasser versorgt. Bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten, die bis zu 1 ½  Jahre in Anspruch nehmen könnten, werde natürlich das Trinkwasser aus der Aufbereitung Siersburg ständig kontrolliert und bakteriologisch überprüft, sagt Martin Silvanus. Dabei seien zeitweilige Gegenchlorungen nicht auszuschließen.